Das Testament

Wer am Lebensabend auf seine Leistungen zurückblickt, wird sich in aller Regel auch mit der Frage beschäftigen, was mit dem Vermögen nach seinem Tod geschehen soll. Wie soll mein Vermögen unter den Familienangehörigen oder anderen Begünstigten aufgeteilt werden? Wer soll was und wie viel bekommen?

 

Man kann natürlich die Frage der Verteilung der Erbmasse und der Vermögensnachfolge einfach durch den Gesetzgeber entscheiden lassen, indem man keine letztwillige Verfügung, also kein Testament oder keinen Erbvertrag errichtet. Für den Fall, dass kein Testament errichtet wurde, entscheiden die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) über die so genannte gesetzliche Erbfolge. Möchte man jedoch die Vermögensnachfolge aktiv selbst gestalten, führt kein Weg an einem Testament (oder einem Erbvertrag) vorbei.

 

Grundsätzlich ist jeder frei darin, zu bestimmen, wer was erben oder – wer nichts erben soll. Es gibt jedoch einige Beschränkungen zu beachten, die sich z.B. aus dem Pflichtteilsrecht ergeben. Der Gesetzgeber geht nämlich davon aus, dass bestimmte Personen nicht vollständig enterbt werden dürfen, sondern gewissermaßen ein bestimmtes Minimum am Erbe erhalten sollen. Hierzu zählen die Kinder und der überlebende Ehepartner des Erblassers, die nur dann völlig leer ausgehen sollen, wenn sie erbunwürdig sind. Neben den inhaltlichen Einschränkungen, denen das Testament unterliegt, ist es auch unbedingt erforderlich, spezielle Formvorschriften für die unterschiedlichen Arten des Testaments zu beachten, damit die Anordnungen, die man trifft, nicht im Nachhinein unwirksam sind. Das eigenhändige Testament, auch handschriftliches Testament genannt, kann man selbst errichten, und es muss eigenhändig, also nicht mit einem PC oder einer Schreibmaschine geschrieben sein. Bekannt ist auch die Möglichkeit, das Testament vom Notar beurkunden zu lassen. Dies hat den Vorteil, dass die genannten strengen Formvorschriften für das eigenhändige Testament nicht gelten, aber es fallen andererseits Notargebühren an, die sich nach dem Wert des Nachlasses richten.

 

Eng mit dem Thema Testament und letztwillige Verfügung verknüpft ist die Frage, ob nicht z.B. aus Gründen der Erbschaftssteuer, oder um für die Kosten der Aufnahme in ein Pflegeheim staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte übertragen werden sollten, z.B. Immobilien unter Einräumung eines Wohnrechts. Zu allen Fragen rund um die Vermögensnachfolge, das Testament, die Erbschaftssteuer oder die lebzeitige Übertragung des Vermögens sollte man sich rechtzeitig und umfassend informieren, um seine individuellen Wünsche und Interessen umfassend verwirklichen zu können.