Patientenverfügung bzw. Patiententestament

Ebenfalls zum Themenbereich der Vorsorge gehört die Patientenverfügung, die fälschlicherweise gelegentlich Patiententestament genannt wird.

 

In der Patientenverfügung werden Bestimmungen darüber getroffen, welche ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen gewünscht werden für den Fall, dass der Betreffende wegen Krankheit oder Behinderung seine entsprechenden Wünsche nicht mehr selbst äußern kann. Ihren rechtlich-systematischen Standort hat die Patientenverfügung in folgendem Zusammenhang: Jeder ärztliche Heileingriff, jede Behandlung und teilweise auch diagnostische Methoden bedürfen grundsätzlich der Einwilligung des Patienten, denn ohne diese Einwilligung läuft der Arzt Gefahr, sich wegen einer Körperverletzung strafbar zu machen. Daher ist die Einwilligung nach entsprechender Aufklärung über die Risiken und Nebenwirkungen eines medizinischen Eingriffs vor dem Eingriff selbst beim Patienten einzuholen.

 

Kann der Patient jedoch seinen Willen nicht mehr selbst erklären, weil er z.B. bewusstlos oder dement ist, so muss der Arzt vom mutmaßlichen Willen des Patienten ausgehen und danach fragen, was der Patient für Wünsche äußern würde, wenn er sie denn noch äußern könnte. Anhand dieses mutmaßlichen Patientenwillens entscheidet der Arzt nun darüber, welche Behandlungsmethoden er anwendet und welche nicht. Dabei ist zu beachten, dass das ärztliche Berufsethos in erster Linie zum Ziel hat, das Leben des Patienten möglichst zu erhalten. Dass dies in Zeiten technisch ausgefeilter lebensverlängernder Maßnahmen nicht immer dem Willen des jeweiligen Patienten entspricht, der vielleicht lieber in Würde sterben möchte als hilflos der Apparatemedizin ausgeliefert zu sein, wurde und wird in den Medien oft genug dargestellt.
Eine gut und ausführlich formulierte Patientenverfügung teilt dem Arzt Ihren individuellen Willen darüber mit, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie welche medizinischen, insbesondere lebensverlängernde Maßnahmen wünschen, welche Schmerztherapie sie akzeptieren, welche allgemeinen Grundsätze und Wertvorstellungen Sie bei Ihrer medizinischen Behandlung beachtet wissen wollen etc. Die Patientenverfügung bindet dann den Arzt an Ihre Anordnungen, so dass Ihre persönlichen Wünsche auch dann noch berücksichtigt werden, falls Sie selbst sich nicht mehr dazu sollten äußern können. Auch hier gilt das zur Vorsorgevollmacht Gesagte: Im Internet und bei Behörden und Einrichtungen gibt es zahlreiche vorgedruckte Patientenverfügungen. Diese sind als Checkliste für die eigene Patientenverfügung durchaus hilfreich, ersetzen jedoch nicht die Formulierung Ihrer eigenen, höchstpersönlichen Wünsche.