Der Heimvertrag

Zum selbstbestimmten Leben im Alter gehört auch die Frage der Wohnung. Soweit möglich will man natürlich in seiner gewohnten Wohnung leben. Oft genug ist jedoch der Umzug in ein Altersheim bzw. Seniorenheim nicht vermeidbar, wenn nämlich eine Pflege erforderlich wird, die nur in einer professionellen stationären Altenpflegeeinrichtung gewährleistet werden kann. Auch in diesem Fall sind einige Dinge zu beachten, damit der Lebensabend in Würde und Selbstbestimmung verbracht werden kann. Bei der Auswahl des geeigneten Seniorenheims sind deshalb folgende Faktoren entscheidend:

 

  • Die örtlichen Lage (Können mich meine Angehörigen gut besuchen? Treffe ich dort Bekannte aus meinem Ort wieder?)
  • Größe und sachliche / personelle Ausstattung des Heims (Qualität von Unterkunft und Verpflegung, Werden Freizeitangebote durchgeführt? Gibt es auch einen Sozialdienst mit qualifiziertem Personal, also Sozialarbeitern oder Sozialpädagogen?)
  • Der Inhalt des Heimvertrags

Die rechtliche Grundlage für den Umzug in ein Altersheim bzw. Seniorenheim ist der Heimvertrag, der zwischen dem Bewohner und dem Heim geschlossen wird. Gesetzliche Vorgaben für den Inhalt des Heimvertrags bietet das Heimgesetz, dem zufolge insbesondere folgende Punkte im Heimvertrag geregelt werden müssen: Eine allgemeines Leistungsbeschreibung der Einrichtung, eine Leistungsbeschreibung der Ausstattung, die Beschreibung der Leistungen Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und die Frage, wie sich der monatliche Gesamtpreis zusammensetzt. Auswirkungen auf den konkreten Heimvertrag haben die Vorschriften des Sozialgesetzbuchs XI (Pflegeversicherung) und die Vereinbarungen der Landesverbände der Pflegekassen und der Träger der Sozialhilfe und der Einrichtung. Zu beachten im Zusammenhang mit dem Heimvertrag ist unter anderem, dass die Entgelte für alle Bewohner nach einheitlichen Grundsätzen zu bemessen sind und nicht danach differenziert werden dürfen, ob der Bewohner den Heimaufenthalt selbst zahlt oder die Kosten vom Sozialhilfeträger übernommen werden. In den meisten Fällen reichen die eigenen Einkünfte (z.B. die Rente) und das Vermögen und die Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, um die Heimkosten zu decken, so dass ergänzende Sozialhilfe in Anspruch genommen werden muss. Wie jeden anderen umfangreichen Vertrag auch sollte man keinesfalls den Heimvertrag gleich an Ort und Stelle unterzeichnen, sondern ihn sich vorab zusammen mit aussagkräftigem Informationsmaterial über die Einrichtung zusenden lassen, um ihn zu Hause in aller Ruhe durchlesen zu können und sich gegebenenfalls vor der Unterschrift fachkundig beraten zu lassen.