Was machen Vitamine und warum ?

Die Funktion der Vitamine ist nicht die eines reinen Energieträgers, sondern sie sind für viele lebensnotwendige Funktionen im Körper von Nöten. Unser Stoffwechsel kann sie zum größten Teil nicht selbst erzeugen. So müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Einige Vitamine stehen in der Nahrung nur als Vitamin-Bausteine (Provitamine) zur Verfügung. Diese müssen dann vom Körper erst in die Wirkform Vitamin umwandelt werden.

Bei anderen Säugetieren gelten andere Substanzen als Vitamine oder auch nicht. So können z.B. Schweine an die 100mg Vitamin-C pro Kilo Körpergewicht produzieren. Menschen hingegen können dies nicht. Somit ist Vitamin-C für Schweine eigentlich kein Vitamin im o.g. Sinne.

Daher werden in der Literatur auch nur die für uns Menschen lebenswichtigen Substanzen als Vitamine bezeichnet. Aber auch bei diesen gibt es eine Ausnahme, die eigentlich gar kein Vitamin ist. Diese Ausnahme ist das Vitamin-D. Der Körper ist nämlich selbst in der Lage es herzustellen, sofern die Haut mit etwas Sonne bedacht wird.

Vitamine sorgen quasi grundsätzlich für das Funktionieren des Stoffwechsels. Ihre Aufgabe besteht in einer Regulierung der Verwertung von Nährstoffen wie Kohlenhydraten, Eiweißen und Mineralstoffen. Sie sorgen auch für deren Abbau und Umbau. Zudem stärken sie das Immunsystem und sind für den Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen unentbehrlich. Jedes einzelne Vitamin erfüllt somit seine ihm bestimmten Aufgaben.

Allgemein aber teilt man die Vitamine in zwei Gruppen auf: Die fettlöslichen (lipophile) und wasserlöslichen (hydrophile) Vitamine.

Fettlösliche Vitamine sind nichtpolare Moleküle, die sehr gut in Lipiden löslich sind. Es handelt sich um die Vitamine A, D, E und K. Ihre Resorption bedarf daher der Micellenbildung. Sie werden in ähnlicher Weise wie Cholesterin in den Mukosazellen in Chylomikronen eingebaut. Um sich diese fettlöslichen Vitamine besser merken zu können, kann man als Eselsbrücke „DEKADE“ verwenden.
Anmerkung zu Vitamin D: Es wird wegen seiner Aufgaben im Körper heutzutage von der Medizin immer häufiger zu den Hormonen als zu den Vitaminen gezählt.

Wasserlösliche Vitamine werden im Dünndarm mittels Carriern oder Rezeptoren absorbiert. Während Vitamin B2 durch passiven Transport aufgenommen wird, erfolgt die Absorption von Vitamin B1, Vitamin B12 und Vitamin C aktiv. Die wasserlöslichen Vitamine sind Vorläufer von Coenzymen oder prosthetischen Gruppen verschiedener Enzyme. Mehr dazu ist auf den einzelnen Seiten der Vitamine zu finden. Während gesichert ist, dass beispielsweise Zitrusfrüchte Vitamin C enthalten, so ist es schwierig, eine konkrete Mengenangabe bezüglich der Menge an vorhandenem Vitamin zu machen. Denn der Vitamingehalt der Ausgangsprodukte ist abhängig von zahlreichen Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Lagerdauer etc. Auch die Zubereitungstemperatur und -dauer können eine Rolle spielen, da viele Vitamine nicht hitzebeständig sind. Der genaue Vitaminbedarf eines einzelnen Individuums ist ebenfalls nicht exakt zu emessen. Dem aktuellen Stand der Forschung ist es nicht möglich festzustellen, wann von einer Person die richtige Vitaminmenge aufgenommen wurde.

Von den 13 Vitaminen, die in der medizinischen Wissenschaft als unerlässlich gelten, sind zwei nicht in strengem Sinne essentiell, nämlich Vitamin D (Calciferol) und Niacin (Vitamin B3). Begründet wird dies damit, dass Stoffe mit Vitamin-D- und Niacin-Eigenschaften vom Körper unter bestimmten Umständen selbst gebildet (synthetisiert) werden können. So kann Vitamin D3 (Cholecalciferol) beispielsweise unter Einwirkung des Sonnenlichtes aus 7-Dehydrocholesterin, einem biologischen Derivat des Cholesterin, entstehen. Niacin kann beim Abbau des Tryptophans gebildet werden.

Biologische Werte sind, anders als physikalische Größen, nie absolut, sondern werden immer von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Neben dem Geschlecht und dem Alter beeinflussen noch eine Vielzahl anderer Faktoren den jeweiligen Vitaminbedarf einer Person unter bestimmten Lebensbedingungen. So können beispielsweise auch berufliche und umweltbedingte Umgebungsfaktoren, körperliche und psychische Belastungen, Stress, Ernährungsgewohnheiten, Schwangerschaft, Stillzeiten, Krankheiten, Rauchen und Trinken den täglichen Vitaminbedarf ansteigen lassen. Bei den nachfolgend genannten Viamin-Bedarfsgrößen handelt es sich deshalb um Durchschnittswerte mit verallgemeinerndem Charakter.

Die benötigten Vitaminmengen liegen im Bereich von wenigen Milligramm (mg). So benötigt der menschliche Körper beispielsweise täglich 75 mg Vitamin C (Ascorbinsäure), 0,8–1,0 mg Vitamin A (Retinol) und 1,3–1,8 mg Vitamin B1 (Thiamin). Die Empfehlungen variieren dabei sehr stark. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt beispielsweise täglich 100 mg Vitamin C zu sich zu nehmen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt dagegen nur 30 mg pro Tag.

Einige Bakterien unserer Darmflora sind in der Lage, Vitamin K und B12 zu synthetisieren. Falls diese Bakterien durch Einnahme starker Antibiotika zerstört wurden, kann dann natürlich leicht ein Mangel entstehen. Es gibt aber medikamentöse Möglichkeiten, diese Bakterien wieder im Darm anzusiedeln.

Quelle: Der Vitamin-Ratgeber