Tricks bei der Nährwert-Kennzeichnung von Lebensmitteln

Auf den Verpackungen unserer Lebensmittel finden wir wichtige Angaben zu Inhaltsstoffen und deren Mengen. Oft sogar mit konkreten Angaben und Empfehlungen bezüglich des Tagesbedarfs an dem entsprechenden Inhaltsstoff. Auch die Nährwert-Tabellen mit den Mengenangaben zu den vier am meisten beachteten Inhaltsstoffen (Salz, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren) sind aufgrund ihrer Übersichtlichkeit hilfreich.

Im Besonderen hilfreich für Senioren, denen die Ärzte nicht nur klare Vorgaben in Sachen Ernährung machen, sondern bei jedem Besuch in der Praxis auch noch aufschreiben oder gar verordnen.

Kurzum, da kommt einem schnell der Gedanke sich bei der Lebensmittelindustrie für diese hilfreichen Angaben zu bedanken. Wäre da nicht das zweite Gesicht dieser verbraucherfreundlichen Geste.

Hier einige Beispiele:

  • Es steht zu lesen, dass 100 Gramm dieses Produkts den Tagesbedarf eines erwachsenen Mannes (oder Frau) an einem bestimmten Nahrungsbestandteil zu 20% deckt. Dies lässt aber je nach Produkt keinerlei Rückschluss auf den Tagesbedarf von Senioren oder den Tagesbedarf von Kindern zu.

  • Oder es wird die Menge an ungeliebten Inhaltsstoffen heruntergespielt, indem unsinnige Mengenangaben abgedruckt werden, wie z.B. "eine halbe Pizza enthält ..." oder "ein Keks hat nur 2 Gramm Zucker". Entschuldigung, aber wir kaufen nicht eine ganze Pizza, um dann nur eine halbe zu essen, geschweige denn die Inhaltsstoffe der halben Pizza zu erfahren. Und wer isst nur einen der 100 Kekse in der Tüte?

  • Als tolerierbare tägliche Zuckerdosis wird häufig 80-90 Gramm angegeben. Ein Wert, der alles andere als tolerierbar ist - zumindest mit Blick auf eine langfristige Gesundheit.

  • Die Portionsgrößen, also die Menge die wir auf einmal von dem Produkt essen, sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich beziffert (hier wäre mal Handlungsbedarf für die sonst so normverliebten staatlichen Stellen).
    Ganz abgesehen davon werden die Portionen oft zu klein definiert. Es gibt mit Sicherheit nur sehr wenige Müsli-Freunde, die mit 50 Gramm dieses durchaus gesunden Gemischs morgens wirklich satt werden.
    So lesen wir im Supermarkt in der Eile des Gefechts lediglich, dass 1 Portion nur sehr wenig Zucker enthält - prima, ab damit in den Einkaufswagen.

 

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