Gefälschte Medikamente

Der Landesapothekerverband und die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg haben eine gute Infobroschüre zu diesem leider immer häufiger auftretenden Thema mit folgendem Text herausgegeben:

Gefälschte Medikamente - echte Nebenwirkungen.

So können Sie sich schützen.


Vorsicht, Fälschung!

Der kriminelle Handel mit gefälschten Medikamenten ist ein weltweites Problem. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass etwa 10 Prozent der Medikamente weltweit gefälscht sind. Die regionalen Schwankungen sind enorm: In Industrienationen wie Deutschland sind schätzungsweise weniger als ein Prozent gefälscht. In Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas hingegen liegt der Anteil der gefälschten Medikamente zwischen 10 und 30 Prozent.
Durch den Internetversandhandel oder Fernreisen erreichen gefälschte Medikamente zunehmend Europa. Das größte Risiko für deutsche Verbraucher stellen unseriöse Internetseiten dar: Hier liegt der Anteil gefälschter Medikamente bei über 50 Prozent.

Was wird gefälscht?
Jedes Medikament kann gefälscht sein, unabhängig davon, ob es rezeptpflichtig ist oder nicht, egal ob Originalprodukt oder Nachahmerpräparat. Besonders häufig werden Medikamente gefälscht, mit denen Kriminelle großen Umsatz machen – die also teuer sind oder häufig eingesetzt werden.
Alles an einem Medikament kann gefälscht sein. Einige Beispiele:

  • Es ist kein oder weniger Wirkstoff enthalten als angegeben.
  • Es ist ein anderer Wirkstoff enthalten – mit anderen, möglicherweise gesundheitsschädlichen Wirkungen.
  • Andere, möglicherweise schädliche, Hilfsstoffe werden verwendet, oder das Medikament ist verunreinigt, zum Beispiel mit Schwermetallen. 
  • Der Beipackzettel oder die Verpackung sind verändert oder fehlen.

So erkennen Sie ein gefälschtes Medikament:
Verbraucher sollten kritisch sein, wenn

  • ein rezeptpflichtiges Medikament ohne Vorlage eines Rezepts erhältlich ist oder nach einer „Online-Konsultation” eines Arztes versendet wird.
  • das Medikament in einer ungewöhnlichen Verpackung versendet wird, zum Beispiel in einer Plastiktüte – oder ohne Verwendbarkeitsdatum und Chargenbezeichnung.
  • der Beipackzettel fehlt oder gekürzt ist.
  • die Verpackung anders aussieht als bei anderen Packungen des gleichen Medikaments.

Wenn Sie den Verdacht haben, ein gefälschtes Medikament gekauft zu haben, sollten Sie sich an Ihre Apotheke wenden. Jede noch so echt wirkende Fälschung kann durch eine chemische Untersuchung erkannt werden. Nehmen Sie das Medikament nicht weiter ein, solange ein Verdacht auf Fälschung besteht.

So können Sie sich vor Fälschungen schützen:

  • Kaufen Sie keine Medikamente bei unbekannten oder unzuverlässigen Anbietern.
  • Die sicherste Möglichkeit: Beziehen Sie Ihre Medikamente vor Ort in einer deutschen Apotheke.
  • Wenn Ihre örtliche Apotheke den Kauf von Medikamenten durch einen Versandservice anbietet, können Sie auch hier Ihre Medikamente bestellen.
  • Wenn Sie bei einer Ihnen nicht bekannten Apotheke im Versandhandel kaufen wollen: Apotheken dürfen nur dann Versandhandel betreiben, wenn sie eine behördliche Erlaubnis dazu haben. Die zuständige Behörde muss im Impressum der Internetseite genannt werden, dort können Sie sich erkundigen.
  • Bei Gütesiegeln auf Internetseiten sollten Sie bedenken: Auch Gütesiegel können gefälscht sein.
  • Bestellen Sie – wenn überhaupt – nur bei europäischen Versandapotheken. Der Versand von Medikamenten aus Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums direkt an Endverbraucher in Deutschland ist verboten.
  • Kaufen Sie keinesfalls bei Internet-Versendern, die mit Massenmail (Spam) werben.
  • Bei Fernreisen: Kaufen Sie keine Medikamente auf Märkten oder von Einzelpersonen auf der Straße.

 

 

Unsere Meinung: Ganz abgesehen davon dass nicht genug vor gefälschten Medikamenten gewarnt werden kann ist die Kernaussage dieser Initiative mehr als wichtig:
"Mit Sicherheit für Sie da: Ihre 144.000 Verbraucherschützer" (Apotheker)